|
Ist Shea WaLe Sheabutter eigentlich BIO?
Generell wachsen die Sheafrüchte wild, d.h. nirgendwo gibt es eine Sheaplantage oder Ähnliches. Grund dafür ist, dass der Sheabaum mindestens 10, eher sogar 20 Jahre braucht, um Früchte zu tragen. Land zu kaufen und Shea Bäume anzupflanzen lohnt sich nicht. Somit stammen alle Sheanüsse von wildwachsenden Bäumen. Auch Shea WaLe Rohstoffe stammen ausnahmslos von wildwachsenden Sheabäumen. Diese Bäume kommen eigentlich nicht (direkt) in Kontakt mit irgendwelchen Pestiziden etc., weil niemand sicher sein kann, später wieder von diesem Baum die Früchte ernten zu können. Somit konnte man bisher Shea WaLe Sheabutter "BASE" auch als ein Bioerzeugnis betrachten, aber von Anbaukontrolle und kontrolliertem Ernten der Sheanüsse konnte keine Rede sein (deswegen machte ich nur ungern Werbung mit dem Begriff BIO). Wir haben allerdings bisher bei der Selektion der Sheanüsse auf perfekte Qualität der Sheanüsse und fehlerlose Verarbeitung geachtet. Per 2011 gehen wir noch einen Schritt weiter. Perfekte Verarbeitung bleibt der wichtigste Qualitätsgrundsatz, nur dass jetzt noch eine -von offizieller und unabhängiger Seite kontrollierte- Ernte, Produktion und Transport hinzukommt.
Mein Fazit: Ich weise gerne darauf hin, dass die Shearohstoffe ausschließlich in Wildsammlung vorkommen und dass somit der Biovorteil von Shearohstoffen im Vergleich zu Rohstoffen von Plantagenernten nicht ähnlich gravierend ist - mit Ausnahme der kaltgepressten Sheabutter. Entscheidend bleibt eine sorgfältige Produktion nach den unter Vorteile Shea WaLe Sheabutter beschriebenen Maßstäben. Von einer unabhängigen Stelle zertifizierte BIOqualität ist meines Erachtens das i-Tüpfelchen und kann als Ergänzung zur Einhaltung des Grundsatzes der sorgfältigen und sachgemäßen Produktion angesehen werden.
Mein Einduck von der Situation vor Ort: Im Rahmen der Zertifizierung habe ich mich 2011 intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt. Unsere zertifizierten Rohstoffe sind aus einer kontrolliert biologischen Wildsammlung. Es hat uns viel Energie gekostet geeignete Sheabutter Bioanbau-Gebiete zu finden. Die Bäume dort sind nicht nur Wildwuchs, sondern um die Bäume herum gibt es auch keinen Ackerbau oder Ähnliches. Dadurch kommen weder die Bäume, noch die Flächen in deren Nähe in Kontakt mit Pestiziden oder irgendwelchen anderen schadhaften Substanzen. Diese Flächen sind leider auch in Afrika nicht mehr so zahlreich. Vor allem in der Nähe von Dörfern und Städten überwiegen Farmland mit Sheabäumen dazwischen. Die Bäume sind zwar "wild", haben aber durch Ihre Nähe zu den Ackerflächen eventuell Kontakt - indirekten Kontakt - zu fragwürdigen Substanzen...oder auch nicht. Ich war überrascht, den doch (trotz Armut) weitverbreiteten Gebrauch von Unkrautvernichtern und Pestiziden zu beobachten. Selbst mein Nachbar verwendet es auf seinem Privatgrundstück...Sauerei. Trotzdem stehe ich weiterhin zu meinem Fazit - mit Ausnahme von der Kaltpressung (s. nächstes Thema).
Was hat es eigentlich mit der Kaltpressung auf sich?
Vorab und kurz bevor wir auf sheabutter-ghana.de Shea WaLe "ICE" -eine aus zertifiziert biologischen Sheanüssen kaltgepresste Sheabutter der Paradoxaspezie- anbieten, möchte ich Sie über kaltgepresste Sheabutter informieren:
Gestern bin ich auf eine Beschreibung von der Herstellung von Sheabutter der Nilotica-variante (die kommt in Ostafrika vor) gestossen. Ich war überrascht, dass die Sheabutter als kaltgepresst bezeichet wird, obwohl dann von "Wasserzugabe" und von auf Erhitzung "auf bis zu 90°" die Rede ist...da scheint der Verweis auf Kaltpressung ein Marketinggag zu sein? Denn "offiziell" (...aber was heisst das schon) heisst es bei Kaltpressung, dass das Öl schonend und ohne zusätzliche Wärmebehandlung und Wasserzufuhr aus den Pflanzen gepresst. Jedoch, bedingt durch die Reibungswärme, kann das Öl auch eine höhere Temperatur erreichen - aber 90°- und was soll die Wasserzufuhr?. Die verschiedenen kaltgepressten Öle werden danach, bis auf wenige Ausnahmen, nur noch gefiltert, abgefüllt und nicht raffiniert. Allgemein wird als Vorteil der Kaltpressung benannt, dass Vitamine eher erhalten bleiben. Leider ist der Ertrag je kg-Rohstoff geringer. Ein grosser Nachteil ist, dass schlampiges oder gar kein Aussortieren der schlechten Nüsse noch schlimmere Auswirkungen hat, als bei der Warmpressung. Auf Basis meiner Erfahrungen mit dem Aussortieren der Sheanüsse vor der Warmpressung und die unterschiedlichen Qualitäten der Sheanüsse muss ich feststellen, dass dies tatsächlich eine grosse Gefahr ist. Ich habe Sheannussäcke in Afrika gesehen, deren Inhalt fast 100% aus verfaulten Nüssen bestand und die trotzdem einen ähnlichen Verkausfpreis erzielen können wie gute Nüsse. Nicht auszudenken, wenn solche Nüsse für kaltgepresste Sheabutter verwendet werden. Dann ist die Sheabutter eigentlich -genau wie der Rohstoff-...nur Müll. Auch wenn die Gefahr der Schadstoffbelastung von Sheanüssen durch Wildsammlung geringer ist, als bei Plantagenernten, gibt es trotzdem Gefahren durch die Landwirtschaft um die Sheabäume herum. Leider sind auch in Afrika chemische Düngemittel und Unkrautvernichter billig zu bekommen. Sheanüsse, die von Ackerflächen umgeben sind, können was abbekommen. Bei dem Verfahren der Kaltpressung kommen die Schadstoffe dann relativ ungehindert in das Öl.
Es gibt glücklicherweise in der Upper West Region in Ghana (auch wenn es die Ausnahme ist) Flächen, wo die Sheabäume in einer Wildnis (ohne Ackerbau) anzutreffen sind. In diesem Zusammenhang, ist das Zertifikat "Rohstoff aus kontrolliert biologischer Wildsammlung" gar nicht hoch genug zu bewerten. Mein Fazit ist, dass auch der Kauf von kaltgepresster Sheabutter Vertrauenssache ist. Genaue und vertrauenswürdige Infos über die Herkunft und Anbauumgebung der Rohstoffe sagt Vieles über die Qualität der kaltgepressten Sheabutter aus...bei vertrauenvoller, positiver Antwort bleibt dann nun wirklich ein...enjoy.
Warum ist es -unabhängig von der besseren Qualität- wichtig, von Frauengruppen hergestellte, handgemachte Sheabutter zu verwenden?
Immer mehr große Fabriken kaufen Sheanüsse auf. Die großen Fabriken nutzen dabei Ihre Marktmacht, um möglichst wenig für die Nüsse zahlen zu müssen. In den Fabriken wird dann maschinell Sheabutter aus den billig aufgekauften Nüssen (die i.R. wegen schlechter Qualität raffiniert werden müssen) hergestellt. Die Folge dessen ist, dass
- die Frauen für die Nüsse unterbezahlt werden.
- die Sheabutter produzierenden Frauen nur noch erschwert Absatz für Ihre Sheabutter finden. Sie werden gezwungen, nur noch die Nüsse zu verkaufen. Ihr einmaliges Wissen, Sheabutter in Dorfproduktion herzustellen, droht verloren zu gehen.
Aber es gib eine neue Tendenz: Handgemachte Sheabutter wird mehr und mehr auch von internationalen Kosmetikkonzernen als hochwertiger angesehen als maschinell hergestellte Sheabutter. Somit können die Sheabutter Frauen darauf hoffen, dass auch die Konsumenten die höhere Qualität von handgemachter Sheabutter anerkennen und nur noch handgemachte Sheabutter kaufen. Dazu kommt, dass bei handgemachter Shea WaLe Sheabutter auch eine Selektion der Nüsse integriert werden kann (bei Shea WaLe Sheabutter ist dies der Fall). Das hat dann einen weiteren qualitätssteigernden Effekt, den Sie zum Beispiel an dem sehr guten Free Fatty Acid Wert (FFA) in dem Analysezertifikat sehen können.
Woher stammt Sheabutter von sheabutter-ghana.de?
Wir bieten ausschliesslich Shea WaLe Sheabutter an. Das Anbaugebiet befindet sich in der Upper West Region Ghanas und ist eingebettet zwischen dem MOLE Elefantenreservat und dem Black Volta Fluss in der Nähe der Grenze zu Burkina Faso. Hier finden Sie weitere Informationen zur Herkunft.
Wie hoch sind die Versandkosten?
|